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Die Qual der Wahl: Wie Sie die richtige Entscheidung treffen

Vielen Menschen fällt es schwer, wichtige Entscheidungen zu treffen. Einige zögern die Entscheidung hinaus, manche lassen lieber andere für sich entscheiden. Wir sagen Ihnen, wie Sie schnell gute Entscheidungen treffen, um selbstbestimmt durchs Leben und den Job zu gehen.

Wie war Ihr Tag bisher? Sind Sie beim ersten Weckerklingeln aufgestanden? Waren Sie joggen oder ging es gleich unter die Dusche? Haben Sie ausgiebig gefrühstückt oder nur einen Kaffee getrunken? Sind Sie mit dem Auto, der Bahn oder dem Fahrrad zur Arbeit gefahren? Wir treffen jeden Tag Tausende von Entscheidungen. Viele sind allerdings Routine und laufen eher unbewusst ab. Zum Glück. Wenn wir uns mit jeder Entscheidung so lange herumquälen müssten wie manchmal mit der Wahl des richtigen Gerichts im Restaurant, dann würden wir immer nur auf der Stelle treten.

Verstand oder Bauchgefühl?

Mit manchen Entscheidungen tun wir uns trotzdem schwer. Wir wägen das Für und Wider ab, holen verschiedene Meinungen ein und können dennoch nicht entscheiden, was besser wäre. Wenn wir uns dann entschieden haben, hadern wir womöglich immer noch damit und überlegen, ob wir wirklich die beste Wahl getroffen haben. Es gibt Experten, die es für falsch halten, vor einer Entscheidung zu viele Informationen einzuholen. Selbstverständlich muss man die Fakten kennen und den Sachverhalt verstehen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Allerdings gibt es selten eine unzweifelhaft richtige und eine unzweifelhaft falsche Seite, meint die Philosophin Ruth Chang. Deshalb sei es manchmal besser, auf das so genannte Bauchgefühl zu hören und einfach mal eine schnelle Entscheidung zu treffen. Mehr über Bauchentscheidungen lesen Sie in unserem Artikel „Aus dem Bauch heraus“.

Schnell und fundiert

Wenn wir im Job vor einer wichtigen Entscheidung stehen, ist die Entscheidungsfindung oft besonders kompliziert. Hier kann es ja nicht ausschließlich um Bauchgefühl gehen, denn berufliche Entscheidungen ziehen oft erhebliche finanzielle oder sogar personelle Konsequenzen für das Unternehmen nach sich. Wir müssen also die Pro- und Contra-Argumente sorgfältig abwägen. Aber wie machen wir es richtig, ohne dabei zu viel Zeit zu verlieren? Dieser kleine Leitfaden hilft Ihnen dabei:

  1. Das Wichtigste ist zunächst, ein klares Ziel vor Augen zu haben. Was wollen Sie mit Ihrer Entscheidung erreichen? Wohin soll sie führen?
  2. Als nächstes sammeln Sie die Informationen, die Sie benötigen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Aber verzetteln Sie sich dabei nicht: Fangen Sie mit den wichtigsten Informationen an und hören Sie auf, wenn sich eine klare Antwort herauskristallisiert.
  3. Sehen Sie sich die Alternativen an und definieren Sie, weshalb Sie sich gegen diese Varianten entschieden haben.
  4. Verkünden und begründen Sie Ihre Entscheidung. Mit den richtigen Argumenten können Sie Ihre Entscheidung rechtfertigen und dafür sorgen, dass Ihre Lösung erfolgreich umgesetzt wird.

Einfach mal machen

Klingt eigentlich ganz einfach oder? Ist es auch. Denken Sie daran: Sie werden es nie schaffen, wirklich alle Eventualitäten auszuschließen. Wenn Sie eine Lösung gefunden haben, mit der Sie auf realistischem Weg Ihr Ziel erreichen, dann tun Sie es. Sie treffen damit eine gute Entscheidung – vielleicht nicht die einzig wahre, beste Entscheidung, aber wenn Sie ehrlich sind, werden Sie nie wissen, welches die beste Wahl war, weil viele Faktoren für oder gegen den Erfolg einer Lösung sprechen. Also, treffen Sie eine Entscheidung und stehen Sie dazu.

Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung über die Kunst, unter Risiko richtige Entscheidungen zu treffen: